Pilgern auf dem camino portugues

Pilgern

Ich war unterwegs … auf dem portugiesischen Küstenweg. Der originale Jakobsweg verläuft durch das Landesinnere, doch seit ein paar Jahren gibt es auch eine wunderschöne Alternative entlang der Küste – auf den rund 280 Kilometern bis nach Santiago gibt es herrliche Ausblicke auf Sand, Strand und Klippen!

Startpunkt ist Porto mit malerischer Altstadt und der berühmten Ponte Luis I. hinüber zur Vila Nova de Gaia, wo die berühmten Portweindestillerien wie Sandeman und Taylor ihren Sitz haben. Aber richtig los ging’s natürlich an der Kathedrale.

Der Weg führt am Douro entlang zum Atlantik zum Vorort Matosinhos und dann weiter in das entzückende Vila Cha mit kleinen bunten Fischerhäuschen und traumhaftem Sonnenuntergang.

Straße ist angesagt nach Povoa de Varzim, durch die Stadt und über die Promenade, doch dann folgen zum Glück etliche Kilometer über Holzbohlenwege durch die Dünen.

Wir übernachten in Fao in einer reizenden Pension, der Casa Matriz, in der eine alte Dame nach dem Tod ihres Sohnes dessen Haus zur Pilgerherberge umfunktioniert hat. Sie steht mit Rat und Tat, Waschmaschine und Wäscheleine zur Seite! Und auch sonst fühlt man sich als Pilger in Fao willkommen.

Über eine Brücke gelangen wir nach Esposende, und spätestens hier merkt man, dass der Pilgerzirkus in vollem Gange ist.

Kopfsteinpflaster – das ist das, was einem oft begegnet auf dem portugiesischen Jakobsweg. Doch daneben laufen wir auch durch Eukalyptuswälder, über Schotterpisten, zwischen altehrwürdigen Mauern hindurch, auf Asphalt und manchmal auch über eine Brücke.

Auch Hinweisschilder zur Orientierung gibt es diverse …

In den Städten warten nicht nur prunkvoll ausgestattete Kirchen (hier in Portugal auch oftmals mit Kacheln), sondern auch der eine oder andere Blumenschmuck, wie hier in Viana do Castelo.

Nach Caminha geht es über alte Straßen, über Pilgerautobahnen und stumpf an der Straße entlang.

Doch die Fahrt mit dem Boot über den Mino nach A Guarda lockert das Ganze etwas auf. Jetzt sind wir in Spanien: Das heißt: Uhren umstellen. Doch ansonsten lautet auch hier das Programm: Uferpromenade genießen und den Blick zum Strand!

Pilgerautobahnen erwarten uns auch in Galizien, andererseits aber wieder malerische Küstenabschnitte und die charakteristischen galizischen Wegweiser, die Granitstelen.

Baiona lockt mit Café am Hafen und einem echten Pilgerfrühstück; und dann geht’s auch schon nach Vigo, Hafenstadt und großer Umschlagplatz für Fisch.

Vigo bleibt uns noch lange erhalten – wir umpilgern es von allen Seiten. Jetzt geht’s auch schon los mit dem Countdown: die fehlenden Kilometer bis nach Santiago werden angezeigt. Mit jeder Wegkreuzung scheinen sie abzunehmen. Zeit, um schon mal die Muschel abzugeben oder was man als Pilger sonst noch alles zurücklassen will …

Highlight ist dann noch mal Pontevedra mit der Kapelle der jungfräulichen Pilgerin (bzw. der pilgernden Jungfrau Maria) und der Ponte de Burgos. Dann wird’s richtig voll.

Das mindert jedoch nicht den Charme des Kurortes Caldas de Reis mit Heilquellen, Park und Palmen.

Auch Padron hat einen ganz eigenen Reiz und motiviert noch mal für das letzte Wegstück, genauso wie der „Pincho“ (Snack) kurz vorm Ziel.

Und dann, endlich, an einem grauen Morgen Ende Mai ist es so weit: Nach 10 Tagen kommen wir in Santiago de Compostela an und sind mal wieder überwältigt von der Kathedrale, dem Platz, auf dem die Pilger sich treffen und der freudigen Atmosphäre, die über allem liegt.

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3 Kommentare

  1. Gabriele Rejschek-Wehmeyer

    Bin begeistert. Das Pilgern lässt dich nicht los, oder?

    Liebe Grüße,

    Gaby

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  2. Anonymous

    Dankeschön!Das ist aber lieb von dir :-)!

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