Pilgern auf dem Franziskusweg

Allgemein, Pilgern

Ich war unterwegs … in Italien von Florenz nach Assisi. Der erste Teil des Franziskuswegs, der durch die Toskana führt, dabei die Stätten des Wirkens des Heiligen Franziskus streift und schließlich an seiner Grabeskirche in Assisi endet. Ein Weg, der beeindruckt durch landschaftliche Schönheit, aber dem Pilger auch einiges abverlangt. Es gilt, etliche Höhenmeter zu überwinden.

Los ging es in Florenz. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten wie z. B. dem Dom, der Ponte Vecchio oder den Uffizien ist für den Franziskuspilger besonders die Kirche Santa Croce interessant, in der nicht nur Berühmtheiten wie Michelangelo, Machiavelli und Galilei begraben liegen, sondern hier gibt es auch viele Bildnisse von Francesco sowie Fresken aus dem Leben des Heiligen.

Von Florenz aus führte der Pilgerweg stadtauswärts in Richtung Westen. Es ging am Arno entlang, auf kleinen Straßen durch Weinberge und über eine kleine Passhöhe mit tollem Weitblick.

Pontassieve war das erste Etapenziel; eine kleine Stadt mit einem netten kleinen Stadtkern und alter Brücke. Von dort aus ging es wieder stetig bergauf, durch wunderschöne toskanische Landschaft mit sanften Hügeln, Zypressen, Weinbergen und Olivenbäumen und netten Hofstellen am Weg. Wir liegen hoch zum Passo della Consuma, dem Tor zum Hochtal des Casentino.

Danach stand viel Wald auf dem Programm, immer wieder unterbrochen durch schöne Höhenwege und kleine Dörfer mit Bruchsteinhäusern und -kirchen. Vom Castel Castagnaio hatten wir einen fantastischen Blick in das cassentinische Tal. Dann ging’s runter nach Stia, eine reizende kleine Stadt mit alter Wollmühlen-Vergangenheit.

Der nächste Tag verlief überwiegend durch Wald; es ging jedoch ordentlich bergauf. Es war windig und nass – keine Gelegenheit, um draußen in Ruhe zu rasten. Umso mehr freuten wir uns, als wir auf ein Refugio stießen, in dem ein Feuer loderte.

In Camaldoli wartete das erste Kloster – dann ging es wieder in den Wald. Auf der Strecke nach Badia Prataglia bietet sich ein Abstecher zur Sacro Eremo an – die Urstätte der Kamaldulenser, die besichtigt werden kann. Doch wir verpassten den Abzweig, und da das Wetter sehr schlecht war, nahmen wir auch von der nächsten Station, Badia Prataglia, den Bus nach La Verna. Das Kloster zählt zu den bedeutendsten Heiligtümern Italiens. Nicht nur liegt es spektakulär auf einem Hügel, sondern hier erhielt Franziskus auch seine Stigmata. Zu besichtigen sind nicht nur die kleine Kirche Maria degli Angeli aus der Entstehungszeit des Klosters, sondern auch ein fast 80 Meter langer Freskengang mit Abbildungen aus dem Leben des Franziskus sowie die Kapelle der Wundmale.

Von La Verna ging es nach Pieve Santo Stefano mit dem kleinen Museum der Tagebücher. Der Ort lag auch an der sog. linea gotica. Viele seiner Gebäude wurden während des 2. Weltkriegs auf dem Rückzug von den Deutschen gesprengt, nachdem die alliierten Truppen von Süden die ersten Linien durchbrochen hatten.

Von Pieve Santo Stefano ging es bergauf zur versteckten Einsiedlei Eremo Cerbaioli, einem ehemaligen, kleinen Franziskanerkloster, direkt in den Felsen gebaut. Bald darauf erklommen wir den Monte Verde mit tollem Weitblick; damit war der höchste Punkt des Tages erreicht.

Durch viel Wald und Felsen ging es anschließend nach Palazzo Montagna. Der Weg setzte sich fort durch das Naturschutzgebiet Alpe della Luna über weite Ebenen der Macchia.

Nächster Zielpunkt war das Kloster Montecasale, wo Franziskus selbst sich öfter aufhielt. Mittelpunkt der Klosteranlage ist die Kirche mit der zentral aufgestellten Madonna mit Kind. Zu besichtigen ist auch der Felsen, auf dem Franziskus schlief.

Von der Einsiedelei ging es hinunter ins Tibertal in das geschäftige San Sepolcro, in dessen Dom ein Kruzifix seit dem 10. Jahrhundert verehrt wird.

Nächste Station am Weg war das wunderschöne Citerna in Höhenlage mit historischer, noch weitgehend erhaltener Stadtmauer und fantastischem Blick ins Tal.

Über Berg und Tal ging es dann an einer Büffelfarm vorbei nach Citta di Castello. Die Stadt beeindruckt mit engen Gassen, alten, atmoshärisch dichten Plätzen, sowie dem Dom.

Die nächste Etappe war sehr asphaltlastig; dazu noch an die 30 km lang. Darum nahmen wir die ersten Kilometer aus der Stadt raus ein Taxi. Es ging dann auf Schotterwegen und Straßen vorbei an kleinen Ortschaften und Herbergen ins malerische Pietralunga,

Am nächsten Tag liefen wir ins Tal nach Gubbio. Dieser Ort mit mehreren Stufen am Hang des Monte Ingino fasziniert durch sein mittelalterliches Stadtbild, hat aber auch einen Anknüpfungspunkt zu Franziskus. Angeblich zähmte er einen Wolf, der die Menschen in Gubbio bedrohte.

Von Gubbio aus ging es vorbei an der Kirche Chiesa della Vitttorina auf aussichtsreichen Höhenwegen zur Eremo die San Pietro in Vigneto – ein wunderbarer Ort zum Rasten und Ausruhen.

Nächste Sehenswürdigkeit am Weg war die Burg Castello die Biscina hoch über dem Tal mit dem See von Valfabbrica. Entsprechend aussichtsreich ging es weiter in den gleichnamigen Ort. Eine hübsche Kirche, die Pieve di Coccorano, liegt am Weg. In Valfabbrica soll Franziskus in die Schlacht gegen Perugia gezogen sein, und anschließend als Kriegsverlierer ein Jahr lang im Kerker.

Schon nach ein paar Kilometern sieht man die Grabeskirche des Heiligen Franziskus. Als wir am nächsten Tag Kurs auf die Stadt nahmen, schien sie einem Versprechen gleich immer näher zu kommen.

Neben der beeindruckenden Grabeskirche hat das pittoreske Asisi diverse Kirchen zu bieten, u. a. die Basilica di Santa Chiara, wo die Weggefährtin des Franziskus, die Heilige Chiara, begraben liegt. Ferner natürlich die Kirche Santa Maria degli Angeli in der Unterstadt, die die Portiunkula, die erste Wirkstätte des Franziskus, beherbergt. Vom Rocca Maggiore aus hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt und die Grabeskirche.

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